Erdbeben durch Pornografie

Als aktiver Atheist wird man oft gefragt, was denn an den Religionen so schlimm ist, dass man dagegen angehen muss. Es störe doch keinen, wenn jemand in der Kirche oder zuhause seinen Glauben praktiziert.

Das Schlimme ist ja, dass die Religion eben nicht nur eine Privatsache bleibt. Kein anderer Verein kann seine Mitgliedsbeiträge über das Finanzamt einziehen. Die Kirchen haben ihre Vertreter in Rundfunkräten und Konkordatslehrstühlen.

Wenn Politiker gläubig sind, ist das ungefähr so bedenklich, wie wenn sie sich nach Horoskopen richten. Bei George W. Bush musste man befürchten, dass er die Apokalypse und die Wiederkunft Jesu herbeiführen wollte, und bei Ahmadinedschad muss man es noch.

Jetzt hat sich der Kommunikations- und Informations-Minister Tifatul Sembiring in Indonesien lächerlich gemacht, indem er das Erdbeben vom 30. September in Sumatra, bei dem mehr als 1000 Menschen starben, mit der gelockerten Moral der indonesischen Bevölkerung in Verbindung brachte.

Das ist nicht nur ein Irrtum sondern kann auch als eine Beleidigung für die Opfer und die Bewohner der betroffenen Region aufgefasst werden. Vor allem läuft diese Denkweise aber Gefahr, vernünftige Maßnahmen wie Frühwarnsysteme und erdbebensichere Bauten zugunsten von weniger geeigneten wie Verboten und Razzien zu vernachlässigen.

Als durchgeführte Maßnahmen nennt Bernama.com die Schließung indonesischer Porno-Seiten und die Verteilung von Zensur-Software, auch gegen Blasphemie. Besondere Sorge bereitet dem Minister der Fund von 500 in Indonesien hergestellten Pornos auf den Märkten rund um sein Büro.

Gefunden bei Pharyngula

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