Koranwunder in Sure 21 Vers 30?

Haben die Ungläubigen nicht gesehen, daß die Himmel und die Erde eine Einheit waren, die Wir dann zerteilten? Und Wir machten aus dem Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?

Dieser Vers wird gerne von Koranbeweisern zitiert, die darin nicht nur den Urknall zu finden glauben sondern auch die Entstehung des Lebens im Wasser oder die Tatsache, dass alle Lebewesen zu einem großen Teil aus Wasser bestehen.

Das wären Wunder, weil diese Erkenntnisse zur Zeit, als der Koran geschrieben wurde, noch nicht bekannt waren. Aber nichts davon steht wirklich da.

Sieben Himmel

Den Urknall als Trennung von Himmeln und Erde zu beschreiben, ist völlig unzutreffend, weil die Erde erst viele Milliarden Jahre später entstand. Selbst die Atome, aus denen die Erde besteht, bildeten sich erst lange nach dem Urknall. Die unwissenschaftliche gleichzeitige Entstehung von Himmel und Erde steht auch in Vers 41:11.

Was mit den sieben Himmeln gemeint sein soll, pflegen die Koranbeweiser nicht zu verraten. Falls es unser Universum und sechs Paralleluniversen sein sollen, dann ist nicht zu erwarten, dass die Paralleluniversen beim selben Urknall entstanden sind.

Gegen die Deutung als Atmosphärenschichten, die übrigens nicht sieben sind, spricht 37:6:

Wir haben den untersten Himmel mit einem Schmuck ausgeschmückt: den Sternen,

Ganz genau passen die sieben Himmel in Schichten (67:3) des Korans aber zum antiken Weltbild der Babylonier, Griechen und anderer Völker. Eine Trennung von Himmel und Erde kommt auch in den Sagen der Ägypter vor. In der vorbiblischen Erzählung Enuma Elisch wird eine Meeresgöttin zu Himmel und Erde zerteilt, was auch in der Bibel selbst nachklingt (Genesis 1.7):

Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. Und Gott nannte die Feste Himmel.

Diese Grenze zwischen den Wassern taucht auch im Koran auf (25.53, 27:61,55:19-20), und auch diese Stellen werden als Wunder verkauft, obwohl es eine wissenschaftliche Erkenntnis, dass Meere sich nicht vermischen, gar nicht gibt.

Leben aus Wasser

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist das Leben im Wasser entstanden, aber nicht aus Wasser. Wasser allein reicht nicht aus, es muss vor allem auch Kohlenstoff vorhanden sein.

Dass Lebewesen zum überwiegenden Teil aus Wasser bestehen, steht ebenfalls nicht im Koran. Dann würde er ja auch aussagen, dass Menschen aus Erde bestehen. Wenn Allah diesen Grundstoff nach der Formung des Menschen in Fleisch und Knochen umgewandelt hat, wieso nicht auch das Wasser, aus dem alles Lebendige gemacht wurde?

Mit dem Wasser in 21:30 kann sehr gut Sperma gemeint sein, was auch den Widerspruch auflösen würde, dass Menschen aus Erde, aber alle Lebewesen aus Wasser gemacht wurden. In 86:5-7 (ähnlich auch in 77:20) heißt es:

Der Mensch möge doch bedenken, aus was (für einem Stoff) er erschaffen ist! Er ist aus hervorquellendem Wasser geschaffen, das zwischen Lende und Brustkasten (? taraa’ib) herauskommt.

Diesen Vers habe ich eigentlich nur zitiert, um zu zeigen, dass das Wasser in 21:30 Sperma sein kann (es wird sogar dasselbe arabische Wort benutzt), aber ich kann es mir nicht verkneifen, auf weitere typische Fehler des Korans hinzuweisen:

Die Eizelle, die damals noch nicht bekannt war, wird nirgends im Koran erwähnt. Gemäß dem damaligen Stand der Wissenschaft wird nur eine Flüssigkeit erwähnt, oder ein Gemisch (76:2), das an die Zweisamentheorie von Hippokrates oder Galen erinnert.

Die merkwürdige Herkunft des Samens „zwischen Lenden und Rippen“ erinnert ebenfalls an eine falsche Vorstellung von Hippokrates, der annahm, dass der Samen aus dem Blut über das Gehirn, das Rückenmark und die Nieren in die Hoden gelangt.

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Hallo,

dein Kommentar zum Koranwunder hat mir gut gefallen und zeugt von einem wachen und vor allem kritischen Verstand, den wir alle brauchen, wenn wir die sog. Heiligen Schriften lesen, in denen nichts weiter als fromme Lügen stehen.

lilith

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5 Antworten zu Koranwunder in Sure 21 Vers 30?

  1. Pingback: Koranwunder: Worthäufigkeiten | kěrěng

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  4. Omar schreibt:

    Ich bin Muslim, kann arabisch und Deutsch. Es ist gut dass du Dich mit dem Koran befasst und ich bin mir sicher, wie viele andere vor Dir, dass du irgendwann mal zum Islam findest:-)
    Ich habe folgenden Verse für Dich. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du den kommentieren würdest.
    Kannst Du mir ein wenig über dein Werdegang berichten.

    Danke
    Gleiche am Anfang Stellt sich Allah vor. Und wenn ein Gott sich vorstellen möchte, muss er einiges mitbringen können/aufweisen können, oder:-)

    Ich finde durch die Übersetzung geht einiges verloren. (Erläuterung in arabisch/ Klammer)

    [2.21] O ihr Menschen, dienet eurem Herrn, Der euch erschuf und die, die vor euch waren, auf daß ihr beschirmt seid;
    [2.22] Der die Erde gemacht hat zu einem Bette für euch (Lebensraum), und den Himmel zu einem Dach, und Wasser hat niederregnen lassen von den Wolken und damit Früchte für euren Unterhalt hervorgebracht hat. Stellt Allah daher keine Götter zur Seite, denn ihr wißt es doch.

    Ich möchte von Ihnen ein Kommentar zum Begriff „DACH“ aus dem 2:22.

    Bitte wenn sie darauf nicht eingehen, bitte die Mail ignorieren.

    Viele Grüße
    Omar

    • kereng schreibt:

      Hallo Omar,

      ein Dach ist eine feste Fläche, die einen Raum nach oben hin abschließt. Beides trifft auf den Himmel nicht zu. Beides passt aber bestens zur Vorstellung, die man in der Antike vom Himmel hatte, als man die Erde noch für eine Scheibe hielt. Bei der Umhüllung einer Kugel würde man eher Hülle oder Schale sagen, aber nicht Dach.

      Interessant, dass du „beschirmt“ schreibst, wo die meisten Koranübersetzer „gottesfürchtig“ schreiben. Hat es mit dem angeblichen Wunder zu tun, dass der Himmel im Koran als Schutz dargestellt wird (vor Meteoren und Strahlung, 21:32). Tatsächlich steht da, dass der Himmel selbst beschützt wird. Es gibt eine Erzählung über Dämonen, die den Himmel erreichen wollen und mit Sternschuppen beschossen werden.

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