Harun Yahyas Jünger bekämpfen Strohmänner

Im Posteingang fand ich heute früh drei Videoantworten auf meine Evolutionsvideos bei YouTube vor. Das erste Filmchen von „theRefutation“ war als Antwort auf den Evolutionsbeweis durch endogene Retroviren vorgesehen, obwohl es eher zur Entstehung des Lebens passt – oder eben nicht, denn dort wird ja erwähnt, dass das erste Leben ganz ohne komplexe Proteine auskam, und das Kreationistenvideo behauptet, dass die Entstehung des Lebens unmöglich ist, weil komplexe Proteine nicht durch Zufall entstehen.

… Aus all dem geht hervor, dass die Evolution gleich an der Anfangsstufe, nämlich der Bildung eines einzigen Proteins in einen bodenlosen Abgrund der Unwahrscheinlichkeit stürzt.

Dasselbe Strohmannargument kann man auch bei Harun Yahya auf Evolutionsschwindel.com nachlesen.

Das zweite Filmchen nennt sich Die Widerlegung der Evolution – Natürliche Auslese. Es besteht wie das erste nur aus Text von Evolutionsschwindel.com. Ich zitiere:

Natürliche Auslese sagt aus, dass diejenigen Lebewesen, die den natürlichen Verhältnissen ihrer Habitat besser angepasst sind, erfolgreich sein werden indem sie überlebensfähige Nachkommen haben, während diejenigen die anpassungsunfähig sind, aussterben. Zum Beispiel werden in einem Rudel von Rehen, das der Gefahr von wilden Raubtieren ausgesetzt ist, natürlicher Weise diejenigen überleben, die schneller laufen können. Das ist wahr. Dieser Prozess wird jedoch niemals – unabhängig davon wie lange er fortdauert – die Rehe in eine andere lebendige Spezies verwandeln. Die Rehe werden immer Rehe bleiben.

Es hat auch keiner behauptet, dass die Auslese etwas Neues erzeugt. Dafür sind Mutationen da.

Es gibt nichts was natürliche Auslese zur Evolutionstheorie beitragen kann, denn dieser Mechanismus kann niemals die genetische Information einer Spezies erweitern oder verbessern. Noch kann sie eine Spezies in eine andere verwandeln: einen Seestern in einen Fisch, oder einen Fisch in einen Frosch, oder einen Frosch in ein Krokodil, oder ein Krokodil in einen Vogel.

Zu behaupten, die natürliche Auslese würde nichts zur Evolutionstheorie beitragen, ist so wie zu behaupten, Autos würden nichts zum Verkehr beitragen. Die natürliche Auslese ist ein Bestandteil der Evolutionstheorie.

Es hat auch keiner behauptet, dass aus einem Seestern ein Fisch oder aus einem Krokodil ein Vogel geworden ist. Strohmänner so weit das Auge reicht.

Eine andere irreführende Methode der Evolutionisten in Bezug auf natürliche Auslese ist ihr Versuch, diesen Mechanismus als einen bewussten Planer darzustellen, wobei natürliche Auslese nicht über ein Bewusstsein verfügt.

Auch dieser in sich widersprüchliche Satz beschreibt nichts, was Evolutionsbiologen behaupten. Später behauptet der Film, Darwin zu zitieren, ich habe nicht überprüft, ob das Zitat echt ist.

„Wenn gezeigt werden könnte, dass es irgend ein komplexes Organ gibt, das unmöglich durch mehrfache, aufeinanderfolgende, geringfügige Abänderungen geformt werden könnte, würde meine Theorie total zusammenbrechen.“

Es wurde nicht gezeigt, dass es ein solches Organ gibt. Harun Yahya behauptet lediglich ohne vernünftige Argumente, dass Organe nicht durch Mutation und Selektion entstehen können.

Natürliche Auslese sondert lediglich die verkümmerten, schwachen und lebensunfähigen Individuen einer Spezies heraus. Sie kann keine neue Art, neue genetische Information oder neue Organe herstellen, d.h., sie kann keine evolutive Weiterentwicklung verursachen.

Ein Bildhauer schlägt lediglich den überflüssigen Marmor weg. Er kann keine Felsen oder Mineralien herstellen, d.h. keine Kunstwerke erschaffen.

Das dritte Video beschäftigt sich mit Tiktaalik und Acanthostega … nein natürlich nicht. Es leugnet, dass es sie gab. Evolutionisten lehren, so wird suggeriert, dass der Schritt vom Fisch zum Kaninchen in einer Generation geschah. Dass es auch Tiere wie Schlammspringer und Frösche gibt, die jeweils einen Teil der Zeit im Wasser und an Land verbringen, wird völlig ignoriert.

4. Nieren: Aquatische Organismen können Abfallstoffe, insbesondere Ammoniak, sehr unkompliziert in ihren Körpern abscheiden, indem sie sie abfiltrieren, da genügend Wasser in der Umgegend vorhanden ist. An Land dagegen muss das Wasser wirtschaftlich verwendet werden, und zu diesem Zweck sind die Lebewesen dieser Habitat mit Nieren ausgestattet.

Das hört sich ja an, als hätten Fische keine Nieren.

Kurz gesagt, um eine Übersiedlung vom Wasser aufs Land zu ermöglichen hätten Lebewesen ohne Nieren nicht nur dieses Organ plötzlich entwickeln müssen, sondern gleichzeitig auch neue physiologische Systeme um seine Funktion zu gewährleisten.

Fische können nicht gemeint sein. Die haben ja Nieren. Vielleicht Krabben oder Einsiedlerkrebse? Da sehen die landbewohnenden Formen ungefähr so aus wie die im Meer.

5. Atmungssystem: Fische „atmen“ indem sie den im Wasser gebundenen Sauerstoff aufnehmen, während sie das Wasser durch ihre Kiemen fließen lassen. Sie können nicht mehr als einige Minuten außerhalb des Wassers überleben. Um an Land zu leben hätten sie sich urplötzlich ein vollkommenes Lungensystem aneignen müssen.

Ja gibt es denn keine Lungenfische? „Urplötzlich“ ist entweder ein bewusst konstruierter Strohmann oder einfach Dummheit.

Trotz allem habe ich in Erwägung gezogen, die Videoantworten zu akzeptieren, aber dort sind weder Bewertungen noch Kommentare möglich. Wer sie bei YouTube eingestellt hat, ist also an keiner Diskussion interessiert.

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