Argumente gegen die Existenz Gottes

Im Video-Dialog mit Michael Kotsch habe ich nun ein etwas längeres Werk veröffentlicht, das nicht nur von Kotschs Verständnisproblemen bei der Lektüre von Der Gotteswahn handelt sondern endlich die von ihm eingeforderten Argumente gegen die Existenz Gottes aufzählt.

Trotz der Länge habe ich den ganzen Text aufgeschrieben.

0.  Einführung
1.  Argumente gegen die Existenz Gottes
1.1 Schwäche der Argumente für Gott
1.2 Menschen erfinden Gott
1.3 und zwar unterschiedlich
1.4 und absurd
1.5 innere Widersprüche
2.  Argumente für Gott
2.1 Wie soll man ihn sonst missbrauchen?
2.2 Evolutionärer Vorteil
2.3 Nihilismus
2.4 plausibelste Erklärung der Natur
2.5 übernatürliche Phänomene
2.6 persönliches Erleben
2.7 erfüllte Prophetie
2.8 Beobachtung, Zeugen
2.9 „alle Völker wissen von Gott“
3.  Weitere Fehler
3.1 Grenzen der Wissenschaft werten den Glauben auf.
3.2 Ein Gott, der nur im Kopf existiert, hat keine Relevanz.
3.3 Methodischer Naturalismus und Antitheismus
3.4 „absolute Gerechtigkeit“

Einführung

Ich werde in diesem Video den Wunsch von Michael Kotsch erfüllen, meine Argumente gegen Gott zu nennen. Dann werde ich vor allem anhand seines Videos Gibt es einen Gott? auf seine Argumente für Gott eingehen. Schließlich werde ich noch einige weitere Fehler aus seinen Videos aufzeigen.

geblockt

Zur Vorgeschichte: Herr Kotsch hatte in einem früheren Video behauptet, Dawkins hätte in Der Gotteswahn geschrieben, dass es keinen Gott geben könne, weil viele Wissenschaftler nicht an Gott glauben. Ich wunderte mich, dass Dawkins so ein schwaches Argument benutzt haben sollte, und fragte zur Klärung nach, wo das steht. Kotsch nannte Seitenzahlen, aber da war dieses Argument nicht zu finden. Bei weiteren Nachfragen löschte Kotsch meine Kommentare. Ich war aber immer noch an einer Diskussion interessiert und machte ein Video, in dem ich zeigte, dass Dawkins diesen Fehler nicht gemacht hatte. Kotsch antwortete, indem er dieselbe Anschuldigung mehrfach wiederholte, ohne dafür passende Textstellen zeigen zu können. Daraufhin machte ich ein weiteres Video mit dem Titel Michael Kotsch beharrt auf seinem Irrtum.

Michael Kotsch – Kereng der Atheist, Minute 2:10
Das lässt sich auch deutlich machen an dem Titel, den er seiner Entgegnung gegeben hat. „Michael Kotsch beharrt auf seinem Irrtum“ heißt es da, so als ob für ihn von vornherein feststeht, dass ich irre und er recht hat. Also es geht um keine Klärung, um keine Diskussion.

mundtot

Herr Kotsch, der den Atheisten gerne vorwirft, ihre Gegner mundtot machen zu wollen, und einen Dialog auf Augenhöhe einfordert, löscht und blockiert Kommentare und ignoriert nun einfach den Streitpunkt. Er suggeriert seinen Hörern stattdessen, es gehe bei dem „Irrtum“ um seinen Glauben.

Michael Kotsch – Kereng der Atheist, Minute 8:00
Warum muss kereng so lange darüber diskutieren? Warum nennt er keine wirklichen Argumente gegen die Existenz Gottes?

Hat Herr Kotsch es wirklich nicht verstanden? Ich möchte, dass er zugibt, dass Dawkins nie das Argument der ungläubigen Wissenschaftler verwendet hat, oder endlich eine entsprechende Textstelle angibt. Aber er soll die gewünschten Argumente gegen Gott nun bekommen.

1.  Argumente gegen die Existenz Gottes

Atheisten, die gegen die Existenz Gottes argumentieren, haben das Problem, dass sie alle Gottesbilder berücksichtigen müssen, vom fundamentalistischen bis zum deistischen. Ich mache es mir leicht, indem ich gezielt auf Kotsch antworte, auf die Gefahr hin, dass man mir vorwirft, ich würde mir ein leichtes Ziel auswählen.

Gott ist …

  • die ganze Welt (Pantheismus)
  • Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! ….
    Umnebelnd Himmelsglut (Goethe)
  • das, was die Welt geschaffen hat
  • das, woran die Menschen glauben
  • das, was man nicht widerlegen kann

Es ist eigentlich kaum möglich für oder gegen die Existenz Gottes zu argumentieren, weil er nicht definiert ist. Den Gott der Pantheisten gibt es selbstverständlich, denn der ist ja die ganze Welt. Nur passt dann die Bezeichung „Gott“ nicht wirklich. Wenn jemand sagt „Gott ist Liebe“, wie kann dieser Gott dann die Welt erschaffen haben?

Einstein hat angesichts des Problems, die Zeit zu definieren, gesagt: „Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“. Ähnliche Definitionen könnte man sich auch für Gott vorstellen, wobei die Frage bleibt, ob das, was die Welt geschaffen hat, dasselbe ist, woran die Menschen glauben, zumal die Menschen, selbst die gläubigen, ja gar nicht alle an dasselbe glauben.

Einfacher wäre es, über konkrete Fragen zu diskutieren, etwa Adam und die Erbsünde oder die Seele und das Leben nach dem Tod.

1.1 Außergewöhnliche Behauptungen brauchen außergewöhnlich gute Belege.

Auf die Argumente für Gott gehe ich später ein. An dieser Stelle weise ich bloß darauf hin, dass man für Gott besonders starke Belege bräuchte, weil er so stark von allem abweicht, was jemals beobachtet wurde.

Wir wissen ungefähr, wie ein Gehirn funktioniert. Die geistigen Fähigkeiten haben eine materielle Grundlage und können durch Materie wie Alhokol beeinflusst oder ganz lahmgelegt werden. Wir können Intelligenz auch nachbauen, aber nur materiell mit Kabeln und Halbleitern. Eine Intelligenz ohne Materie wäre sehr ungewöhnlich.

Das gilt auch für Sinnesorgane. Zum Sehen und Hören braucht man materielle Augen und Ohren. Körperlose Seelen oder Götter sollen ja angeblich die Welt wahrnehmen, aber dafür wären ganz neue Mechanismen nötig.

Noch nie wurde irgendetwas Übernatürliches nachgewiesen, aber es wurden schon viele Betrüger entlarvt, die Übernatürliches behaupteten. Mit Gott ist es wie mit der Homöopathie. Was dort behauptet wird, ist nicht plausibel, es gibt keine Nachweise, und doch glauben Millionen von Menschen daran.

1.2 Menschen erfinden Gott
Siehe dazu den Vortrag von Andy Thomsom Why we believe in Gods. [Darüber habe ich im vorigen Jahr schon geblogt.]

Die Menschen neigen dazu, Gott zu erfinden, weil ihre Gehirne so gestrickt sind, und zwar als Folge der Evolution. Nachdem die wilden Tiere einigermaßen unter Kontrolle waren, trat die Interaktion der Frühmenschen miteinander in den Vordergrund. Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick bestimmten nun die Anzahl der überlebenden Nachkommen, also den evolutionären Erfolg.

Andy Thomson hat untersucht, welche nützlichen Fähigkeiten unseres Gehirns nebenbei religiöse Vorstellungen verursachen:

Verwandtschaft
Familiäre Bindungen sind bei sozialen Tieren wie dem Menschen typisch und werden auf religiöse Gemeinschaften ausgedehnt. Gott und die Priester werden als „Vater“ bezeichnet und die anderen Gläubigen als „Brüder und Schwestern“. So gelingt es, den familiären Zusammenhalt auf die Religionsgemeinschaft auszudehnen.

Gebete
Die hoch entwickelte Fähigkeit des Menschen, sich Situationen vorzustellen und fiktive Gespräche im Geist zu führen, ermöglicht auch die imaginäre Kommunikation mit nicht vorhandenen Gesprächspartnern.

Mustererkennung und Konstruktion von Zusammenhängen
Das reicht von Gesichtern und Tieren, die man in Wolken erkennt, bis zum Aberglauben.

Unterstellung von Absichten
Kinder tendieren zu einem teleologischen Weltbild. Fliegen sind da, damit Frösche was zu fressen haben. Es regnet, damit die Pflanzen wachsen. Auch Erwachsene meinen ohne Grund, das Leben müsse einen Sinn haben.

Damit hat man fast schon Gott erfunden, denn wer sonst hätte den Pflanzen den Regen und dem Leben einen Sinn geben können?

Ich bin früher selbst darauf reingefallen. Als ich erfuhr, dass meine älteren Geschwister in der Schule über den Sinn des Lebens diskutieren, kam ich nicht auf die Idee, darauf hinzuweisen, dass es einen äußeren Sinn nicht geben müsse. Einige Jahre später fragte mich ein Tourist, wozu eigentlich Quallen gut sind. Ich überlegte, welche Tiere sich wohl von Quallen ernähren, anstatt zu antworten, dass die Frage eine unzulässige Annahme enthält.

Kinder sind überhaupt geborene Dualisten. Dass heißt, sie trennen intuitiv zwischen Geist und Materie. Sie erwarten auch nicht, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Die Hälfte der Vierjährigen hat laut Thomson imaginäre Freunde.

Weitere Beispiele hat Alan Posener bei sich selbst beobachtet:
Er überlegt, was er alles dafür geben würde, damit seine verschwundene Katze wieder auftaucht, und bemerkt dabei …

… die atavistische, dem Menschen wohl angeborene Haltung, man könne durch irgendein Opfer das Unabwendbare abwenden. Da ist der aufgeklärte Atheist plötzlich dabei, wie der abergläubischste Heide zu sagen: „Nimm das, und lass mir dies.“ Wem sagt er das?

Dann erzählt er von seiner Frau und seiner Tochter und sinniert …

… wie völlig unverdient gut man es hat. Das Leben könnte morgen vorbei sein, und es wäre gut gewesen. Spontan möchte man dafür danken. Wem?

1.3 Verschiedene Götter
goetter
Die evolutionär entstandene Neigung, Götter zu erfinden, lässt Raum für vielfältige Ausschmückungen der Details. Anders als von Kotsch suggeriert, sind die Vorstellungen der Menschen von Gott sehr unterschiedlich, und das ist ein starkes Argument gegen Gott oder zumindest gegen die Religionen, denn sie können ja nicht alle richtig sein. In der Regel führt nicht eine Vernunftentscheidung zum Glauben sondern der Geburtsort.

Der Monotheismus ist eine relativ späte Strömung und auch heute noch glauben viele Menschen an mehrere Götter. Anhand der Bibel und älterer Texte lässt sich nachvollziehen, wie die Götter El und Yahwe, ursprünglich Teile von Göttergesellschaften mit Ehefrauen und Streitereien, allmählich zum Einen Gott wurden. Der soll Adam aus Lehm geformt haben und konnte noch im Garten Eden herumspazieren oder als brennender Dornbusch erscheinen, bis er später körperlos und transzendent wurde.

Kotsch weist darauf hin, dass wenn etwas erfunden wurde, das noch kein Beweis ist, dass es nicht existiert. Da wir Gott weder beweisen noch widerlegen können, geht es hier um Wahrscheinlichkeiten, und wenn etwas 999 mal erfunden wurde, erscheint es sehr wahrscheinlich, dass es auch beim 1000. Mal nur erfunden ist.

offiziell erfunden:

  • Geburtsdatum von Jesus
  • Mariä Himmelfahrt
  • Auswahl und Reihenfolge der Bibeltexte
  • Der Heilige Christophorus
  • Reliquien

Jeder Gläubige wird zugeben, dass in den anderen Religionen was erfunden wurde. Aber auch im Christentum glaubt keiner das volle Programm. Von den Kirchen wird offiziell zugegeben, dass das Geburtsdatum von Jesus und die Himmelfahrt der Maria erfunden sind. Apokryphe Evangelien, die Auswahl der Bibeltexte, der heilige Christophorus, Reliquien – Da ist klar, dass die Religion beliebig zusammengestellt und erweitert wurde.

1.4 Absurditäten
Jede Religion, und das Christentum allen voran, hat völlig absurde Inhalte. Auch das ist mehr ein Argument gegen die Religionen als gegen Gott, aber gerade der von Kotsch als der richtige beschriebene Gott hat solche absurden Eigenschaften.

  • sprechende Schlange
  • Adam+Eva
  • Erbsünde
  • jungfräuliche Geburt
  • Auferstehung
  • „Ich aber will das Herz des Pharao verhärten“
  • Raumschiffe der Scientologen
  • Unterwäsche der Mormonen

Die christliche Erlösungstheologie ist absurd. Soll es denn ein Gott übergeordnetes Prinzip geben, welches verlangt, dass die Erbsünde nur durch ein Menschenopfer aufgehoben werden kann? Im Kirchen-Schaukasten in meiner Nachbarschaft war zu lesen: „Gott liebte die Menschen so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hergab“. Zunächst einmal ist die Erbsünde eine große Ungerechtigkeit. Man kann doch die Nachkommen nicht für ein Vergehen des Vorfahren bestrafen! Wenn Gott das auch gemerkt hat, hätte er doch die Bestrafung einfach beenden können, anstatt seinen Sohn zu opfern. Andererseits ist das natürlich kein großes Opfer, wenn der Getötete nach drei Tagen wieder aufsteht.

Der Islam hat einige Absurditäten weniger, aber auch dort wird berichtet, dass Allah einige Menschen extra für die Hölle schuf. Er macht sie für den Glauben blind, um sie dann ewig foltern zu können. In der Bibel verhält sich Gott gegenüber dem Pharao so. (2.Mose 7,3 „Ich aber will das Herz des Pharao verhärten“.)

Warum versteckt Gott sich vor uns? Wo befinden sich Paradies bzw. Himmel und Hölle? Immerhin soll Jesus sich ja körperlich dorthin bewegt haben. Wer die Multiversentheorie ablehnt, sollte keine Paralleluniversen für Paradies und Hölle fordern.

Wenn das jemandem nicht verrückt genug ist, sehe er sich mal die Raumschiffe der Scientologen an oder die Unterwäsche der Mormonen. Glaube ermöglicht offenbar ein partielles Aussetzen des Denkvermögens.

Wieso Menschen solche Absurditäten glauben und nur schwer wieder loswerden, wurde von Psychologen erforscht. Kinder ahmen Handlungen von Erwachsenen möglichst genau nach, ohne deren Sinn zu verstehen. Später gibt es dann eine große Hemmschwelle, solche Verhaltensweisen zu verwerfen. Man betrügt sich lieber selbst, als sich einen Fehler einzugestehen.

1.5 innere Widersprüche
Wie verträgt sich allwissend mit allmächtig? Wie verträgt sich das Attribut allgütig mit der Realität?

2. Argumente für Gott

2.1 Wie soll man ihn sonst missbrauchen?
2.2 Evolutionärer Vorteil
2.3 Nihilismus
2.4 plausibelste Erklärung der Natur
2.5 übernatürliche Phänomene
2.6 persönliches Erleben
2.7 erfüllte Prophetie
2.8 Beobachtung, Zeugen
2.9 „alle Völker wissen von Gott“

2.1 Wie soll man ihn sonst missbrauchen?

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 4:17
Lenin hat das Argument hinterher etwas verändert und meinte dann, Religion sei Opium für das Volk. Also der Hintergrund ist, dass er meinte, die Regierenden, die benutzen Religion, um die Menschen zu unterdrücken, und tatsächlich hat er recht. Häufig wurde in der Vergangenheit von Regierenden der Gedanke an Gott missbraucht, um Leute ruhig zu halten.

Aber auch das ist ja kein Argument gegen die Existenz Gottes. Es kann ja trotzdem einen Gott geben. Gerade Dinge, die real existieren, kann man ja am besten missbrauchen. Also, wer will schon einen Überfall machen mit einer Pistole, die es nicht gibt. Da ist es doch viel besser, man benutzt eine Pistole, die real existiert, und macht aber etwas Negatives damit.

Und genau so ist es auch bei Gott.  Erst wenn es Gott wirklich gibt, und die Menschen dass auch wissen, dann kann man den Gedanken an den Gott am besten missbrauchen.

Erst wenn es Weihnachtsmann wirklich gibt, und die Kinder das auch wissen, dann kann man den Gedanken an den Weihnachtsmann am besten missbrauchen. Ein Banküberfall ist auch mit einer Pistolen-Atrappe möglich. Offenbar reicht der Glaube völlig aus, die Existenz ist unerheblich.

Der Katholik Andreas Khol aus Österreich sagte in einer Diskussion mit einem Aheisten:

Die Hölle steht in keiner Bibel. Die ist bloß ein Konstrukt, um den Leuten Angst zu machen.

Schon interessant, wie ein anderer Verteidiger das Glaubens ein genau entgegengesetztes Argument benutzt!

2.2 Evolutionärer Vorteil

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 6:20
Und wenn sie so gelebt haben, dann müsste ich doch den Atheisten sagen: „Dann müsstest du erst recht von der Existenz Gottes ausgehen“, denn scheinbar hat die sich doch dann in der Evolution als Vorteil entpuppt, dass die Menschen überlebt haben, die religiös gewesen sind. Also warum den Menschen den Glauben an Gott wegnehmen, wenn er doch für ihr Leben gut tut?

Der Vorteil ist eben nur scheinbar. Zum Beispiel haben sich übergroße Pfauenschwänze und Hirschgeweihe entwickelt, obwohl sie der Art eher schaden. Nicht alles, was sich in der Evolution durchsetzt, ist nützlich, und nicht alles was nützlich ist, ist gut. Oder findet Herr Kotsch vielleicht Homosexualität und Masturbation gut und nützlich? Wie vorhin ausgeführt, ist der Glaube ein Nebeneffekt nützlicher Eigenschaften. (Siehe 1.2)

Herr Kotsch meint, dass es nicht nur für die Nützlichkeit des Glaubens sondern sogar für Gottes Existenz spräche, wenn die Evolution den Glauben an Gott hervorbringt. Das hat keinen logischen Zusammenhang, und es scheint eine Berufskrankheit der Theologen zu sein, das Wahre mit dem Nützlichen zu verwechseln.

Es könnte zum Beispiel sein, dass ein Stamm durch seine Religion einen inneren Zusammenhalt gewinnt, und umso heftiger seine ungläubigen Nachbarn angreift. Das könnte einen Vorteil darstellen, der mit der Richtigkeit des Glaubens nichts zu tun hat. Es könnte auch sein, dass Sprüche wie „Seid fruchtbar und mehret euch“ zu mehr Nachkommen führen, oder dass Heiratsvorschriften zur Religionsausweitung dienen.

2.3 Nihilismus

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 7:20, über Nietzsche
„Vor uns tut sich das Nichts auf, die Leere gähnt uns an. Ist es nicht kälter geworden?“ fragt er dann in seiner Abhandlung.

Da muss man sagen, das ist der Atheist, der wirklich begriffen hat, was es heißt, ohne Gott zu leben, wenn alles wegbricht.

Ähnlich hat sich neulich auch Martin Walser geäußert:

Wer sagt, es gebe Gott nicht und nicht dazusagen kann, dass Gott fehlt und wie er fehlt, der hat keine Ahnung.

So hört sich also ein vom „Opium des Volkes“ Abhängiger an, wenn es ihn beim Gedanken an den Entzug schaudert. Tatsächlich können alle Pflanzen und Tiere ganz gut ohne Gott leben, einschließlich des Menschen. Weder der Überlebenswille noch die Gefühlslage hängen von der Existenz Gottes ab.

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 8:10
Wenn es Gott gibt,wie alle Religionen ihn beschreiben, dann ist er ein Geistwesen, ein jenseitiges Wesen, das nicht hier irgendwo an die Materie und an die Erde gebunden ist.

Ganes
Falsch, es gibt ganz unterschiedliche Gottesbilder. Zum Beispiel auch dieses sehr materielle mit dem Kopf eines echten Elefanten. (Das war ein Vorgriff auf 2.6, aber ich halte mich gerade an die Reihenfolge in Gibt es einen Gott?)

2.4 plausibelste Erklärung der Natur

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 8:45
Die erste Spur, die wir da sehen können, ist die Schöpfung selbst. Und wir sehen, die Komplexität der Natur in jedem Detail deutet eigentlich darauf hin, dass da ein perfekter Ingenieur dahinter stehen muss, ein Erfinder, der all das fein aufeinander abgestimmt hat und der sich gut überlegt hat, wie das Ganze funktioniert. Und so ist die plausibelste Lösung: da muss eine Inteligenz dahinterstecken.

Die Komplexität der Natur ist gut durch die Evolution zu erklären. Als ein „perfekter Ingenieur“ kann der imaginäre Schöpfer wohl kaum gelten, wenn man bedenkt, dass die meisten Himmelskörper unbewohnbar sind, dass die meisten Arten, die je gelebt haben, ausgestorben sind und dass der menschliche Körper Fehlkonstruktionen enthält.

Dass die Erde bewohnbar ist, ist auch kein Wunder, denn es gibt ja ausreichend viele Planeten, so dass es plausibel ist, dass davon welche günstige Bedingungen für Leben bieten. Dass wir auf einem davon leben, ist eine Trivialität, die man Anthropisches Prinzip nennt.

Man kann das Anthropische Prinzip auch aufs gesamte Universum ausweiten. Wenn es so viele Universen gibt, dass alle möglichen Ausprägungen der Naturkonstanten und -Gesetze mal vorkommen, dass ist es kein Wunder, dass unser Universum Sterne, Planeten und organische Chemie zulässt.

Immerhin ist die Feinabstimmung das bisher stärkste Argument für Gott. Aber es weist nicht auf einen allgütigen Gott hin, nicht mal auf einen, der den Urknall überlebt hat.

Es ist absurd, die schwierige Erklärung, wie das Universum begann, auf die noch schwierigere zu verlagern, wie eine körperlose Superintelligenz entstanden ist. Die angeblich „perfekten“ Lebewesen soll nur ein Gott geschaffen haben können, der noch perfekter ist, aber selber keinen Schöpfer braucht. Ich kenne die Entgegnung „Gott war schon immer da“, aber wäre es nicht einfacher, diese Hypothese wegzulassen und zu sagen, das Multiversum oder die Naturgesetze waren schon immer da?

Die Wissenschaft kann nicht sagen, warum es überhaupt ein Universum gibt und warum es bewohnbar ist, weil sie nur begründete Aussagen macht. Die Religion unterliegt dieser Beschränkung nicht und kann einfach Erklärungen erfinden.

2.5 übernatürliche Phänomene

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 9:20
Beispielsweise auch die Menschen, die sich mit paranormalen Phänomenen beschäftigen, das heißt mit dem, was man gemeinhin Okkultismus nennt, übernatürliche Phänomene. Auch diese Menschen haben ja zahlreiche Dinge dokumentiert, die jetzt nicht nur Erfindung und Phantasie oder Betrug sind, sondern die real stattgefunden haben, die darauf hindeuten, es gibt eine jenseitige übernatürliche Welt

Nein, kein einziges übernatürliches Phänomen ist dokumentiert. Es hat auch noch keiner die Million für den Nachweis übernatürlicher Fähigkeiten bei James Randi abgeholt. Betrügereien sind hingegen hundertfach dokumentiert, auch im religiösen Umfeld.

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 9:44
Es gibt scheinbar mehr.

Wenn man die Bedeutung des Wortes „scheinbar“ kennt, kann man dem nur zustimmen.

2.6 persönliches Erleben

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 9:55
Dann gibt es die Menschen, die Gebetserhörungen haben, die sich an Gott wenden, und dann ganz seltsame unvorhergesehene, nicht berechenbare Dinge passieren, so wie ich es selbst auch schon erlebt habe.

Und natürlich kommt hier der Einwand, dass man sagt, das ist doch alles bloß eingebildet, das könnte doch auch anders sein, das könnte Zufall sein, und dem stimme ich zu. Viele dieser Dinge könnten Zufall sein.

Wenn die allerdings sehr gehäuft auftreten, dann muss man sagen: das hat wahrscheinlich mit Zufall wenig zu tun. Da ist es viel wahrscheinlicher, davon auszugehen, dass es einen Gott gibt.

Ich halte das für eine milde Form von Halluzinationen oder Schizophrenie in Verbindung mit einer verfälschten Erinnerung daran. In Welcher Gott ist der Richtige? erwähnt Kotsch einen Autor, der behauptet, in einem Gespräch mit Gott hätte er erfahren, dass sich jeder Gott selbst erfinden kann, wie er ihn gern hätte. Was sagt es über Gespräche mit Gott aus, wenn man diese auch mit einem falschen Gott führen kann?

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 11, über eine Gebetsstudie:
… am Ende dieses ganzen Versuchs, der mehrere Wochen andauerte, war das Ergebnis, dass die Patienten, für die nicht gebetet worden ist, dass die schneller gesund geworden sind.

Und ich glaube allerdings, dass dieses Experiment weder sagt, ob es Gott gibt, noch, ob es ihn nicht gibt, sondern einfach, dass es keinen Gott gibt, der sich in solche Experimente einbinden lässt, keinen Gott, der auf Knopfdruck, programmiert, so handelt, wie ich es gerne will.

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Nach dem Motto „die Trauben sind sauer“ sagt Kotsch, es sei ganz untypisch für Gott zu springen, sobald jemand „hopp!“ sagt. Zu den definierenden Eigenschaften Gottes gehört es also neuerdings auch, dass er sich perfekt verstecken kann. War es nicht eigentlich der Sinn von Bittgebeten, dass vielleicht nicht auf Knopfdruck aber auf Anforderung Gott Wunder vollbringt? Wenn Wissenschaftler dabei protokollieren, lässt er das aber wohl lieber sein.

Das erinnert an Uri Geller, der kontrollierte Laborbedingungen „aus ästhetischen Gründen“ ablehnte, und an Masaru Emoto, dessen Wasser-Experimente nicht klappen, wenn Skeptiker sie durchführen.

2.7 erfüllte Prophetie

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 11:55
Darüber hinaus gibt es erfüllte Prophetie des alten und neuen Testaments, da wo Gott Menschen Jahrhunderte im Vorherein, bevor ein Ereignis stattfindet, Informationen gibt, die kein Mensch je erfahren könnte.

Ohne ein Beispiel kann ich da nichts zu sagen. Mir fällt nur ein Gegenbeispiel ein. Jesus soll gesagt haben: „Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes sehen.“ Auf dieses Reich Gottes warten die Christen heute noch. Und auch heute glauben viele, dass es noch vor ihrem Tod kommen wird.

2.8 Beobachtung, Zeugen

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 12:11
Oder denken wir daran, dass Jesus Christus gestorben ist, auferstanden ist und wie wir dann aus zuverlässigen Quellen wissen, von über 500 Menschen gesehen worden ist.

Die Auferstehung wird auch von Theologen bezweifelt, von Religionswissenschaftlern sowieso. Es heißt dann, die Jünger hätten eine Vision gehabt, und wenn einer eine Kamera dabei gehabt hätte, wäre Jesus auf den Bildern nicht zu sehen – genau so wenig wie man den Leib Christi sieht, wenn eine Hostie transsubstantiiert wird. Wenn man die unterschiedlichen Erzählungen vergleicht, wer das leere Grab entdeckte und was dort geschah, weiß man, wie man die historische Zuverlässigkeit der Evangelien einzuschätzen hat.

Übrigens erzählen die Muslime, dass noch viel mehr Zeugen beobachtet haben, wie Mohammed den Mond spaltete. Und der Mormonen-Gründer Joseph Smith hatte ganz vertrauenswürdige Zeugen für den Fund seiner goldenen Platten.

2.9 „alle Völker wissen von Gott“

auf aller Welt

Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?, Minute 12:35
Wir können auch die Frage stellen: Wie kommen denn unabhängig voneinander alle Kulturen der Weltgeschichte – und zwar egal wann und wo, selbst Stämme, die man heute entdeckt, die von der Zivilisation abgeschnitten sind, irgendwo im Amazonasurwald oder in Asien – wie kommt es, dass alle diese Völker, alle diese Stämme, alle diese Menschen von Gott wissen, es keine dieser Stämme gibt, die atheistisch oder ohne Gott auskommen?

Auch das ist für mich durchaus ein Hinweis darauf, dass es Gott geben muss. Und da stehe ich nicht alleine. Da werde ich unterstützt von den bekanntesten und größten Philosophen, die das Abendland zu bieten hat.

Diesen Fehlschluss sollen auch die größten Philosophen gemacht haben?

Es gibt einen atheistischen Indianerstamm namens Piraha am Amazonas. In China wird der Buddhismus mit viel Aberglauben angereichert, ohne dass Gott darin vorkommt.

Wie vorhin gezeigt, gaukeln unsere Gehirne uns nur eine ganz ungefähre Vorstellung von Gott vor, die nicht unbedingt mit dem Christengott identisch ist. Was Kotsch über die Nahtoderfahrungen in einem späteren Video sagte, gilt auch für die Gotteserfahrungen. Sie sind viel zu kulturabhängig und unterschiedlich, als dass sie eine objektive Realität beschreiben könnten.

Hat der Theologe Kotsch denn nie von der langen Entstehungsgeschichte des Christengottes gehört, die im Polytheismus begann?

3. weitere Fehler in Kotsch-Videos

3.1 Grenzen der Wissenschaft werten den Glauben auf
3.2 Ein Gott, der nur im Kopf existiert, hat keine Relevanz
3.2 Gott reagiert nicht auf Anforderung
3.3 Was es heißt, ohne Gott zu leben
3.3 Methodischer Naturalismus und Antitheismus
3.4 „absolute Gerechtigkeit“.

3.1 Grenzen der Wissenschaft werten den Glauben auf.

Im Film Glaube und Wissenschaft stellt Kotsch Beispiele vor, wo die Wissenschaft an ihre Grenzen stößt, und zieht dann einen völlig falschen Schluss daraus:

Michael Kotsch – Glaube und Wissenschaft, Minute 11:50
Und wenn wir jetzt vielleicht gesehen haben, dass das wissenschaftliche Wissen wunderbar ist, toll ist, aber eben nicht ganz so sicher ist, wie manche vielleicht den Eindruck haben, dann müssen wir auf der anderen Seite sehen, dass der Glaube nicht ganz so dumm ist.

Wenn wir feststellen, dass auf dem Weg vom Wasserhahn zum Gemüsebeet eine Winzigkeit aus der Gießkanne verdunstet, dann müssen wir sehen, dass es nicht ganz so dumm ist, mit einem Sieb Wasser zu holen. Ist das eine falsche Dichotomie oder nur ein Non-sequitur? Logisch ist es jedenfalls nicht.

Wenn die Wissenschaft ihre Grenzen erkennt, wertet das keineswegs den Animismus, den Glauben an den Weihnachtsmann oder den christlichen Glauben auf.

Welche Erkenntnis hat denn der Glaube der Wissenschaft voraus? In religiösen Werken stehen auch Aussagen, die von der Naturbeobachtung oder vom gesunden Menschenverstand kommen, also im Grunde wissenschaftlich sind. Gibt es auch Aussagen, die der Glaube zuerst formuliert hat und die später wissenschaftlich bestätigt wurden? Vom Koran wird das gerne behauptet, aber es stellt sich stets als Unfug heraus.

Michael Kotsch – Glaube und Wissenschaft, Minute 12:12
Nicht umsonst müssen wir ja feststellen, dass Theologie auch an Universitäten studiert wird.

Das liegt nicht daran, dass die Theologie eine ernstzunehmende Wissenschaft wäre, sondern an der unverhältnismäßigen Macht der Kirchen.

Michael Kotsch – Glaube und Wissenschaft, Minute 12:50
Was hat die Geologie gegen den christlichen Glauben? Oder was hat die Physik gegen den christlichen Glauben? Wo gibt es denn da Widersprüche? Und an sich gibt es die ja gar nicht.

Das kommt darauf an, wie wörtlich man die Bibel nimmt. Eine weltumfassende Sintflut wird von der Geologie ausgeschlossen. Hätte Kotsch anstatt der Geologie die Biologie erwähnt, wären die Widersprüche noch offensichtlicher.

3.2 Ein Gott, der nur im Kopf existiert, hat keine Relevanz

Michael Kotsch – Welcher Gott ist der Richtige?, Minute 3:00
Aber ein Gott, der nur bei mir im Kopf existiert, der hat keine Relevanz. Der wird mein Leben nicht verändern. Der kann mir auch nicht helfen.

Spinnenphobie findet auch nur im Kopf statt und hat trotzdem Relevanz.

Im Philosophischen Quartett schwurbelt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf, warum der eingebildete Gott so relevant ist, dass es ihn doch irgendwie gibt:

Philosophisches Quartett,  Minute 48:45, Friedrich Wilhelm Graf:
Der Existenzbegriff, der ist ein sehr mehrdeutiger Begriff. Also – was heißt denn eigentlich, von der Existenz Gottes zu reden?

Ich finde, dass Sie eine Spur zu schnell, Herr Safranski, dieses Thema beiseite geschoben haben, dass jedenfalls für sehr viele fromme Menschen, für sehr viele religiöse Menschen Gott in der Tat eine seelisch zentrale Orientierungsinstanz, ein Vertrauenssubjekt und so weiter ist.

Insofern kann man sagen: Im Herzen dieser Menschen lebt Gott.

Auch Peter Sloterdijk findet, dass ein nur im Gehirn befindlicher Gott durchaus eine Relevanz hat.

Philosophisches Quartett,  Minute 51:45, Gero von Randow:
Wir haben Gott erst aus der Physik und dann aus der Metaphysik jetzt vertrieben, und er lebt nur noch in der Psychologie. Der Rückzug ist noch gar nicht beendet.

Peter Sloterdijk: Aber was heißt „nur“? Sie beide haben den Ausdruck „nur Einbildung“ oder „nur Psychologie“ verwendet. Vielleicht haben wir dieses ganze Sachgebiet, diese Wirklichkeitszone Psyche noch nicht in ihrer Eigenmächtigkeit ausreichend durchdrungen, bevor wir solche „nur“-Urteile fällen können, nicht wahr?

Die Runde scheint sich einig zu sein, dass es Gott nur in der „Wirklichkeitszone Psyche“ gibt. Dann ist er aber nicht mehr das, was die Welt erschaffen hat.

3.3 methodischer Naturalismus ist nicht Antitheismus

methodisch

Herr Kotsch verwechselt den methodischen Atheismus der Naturwissenschaften mit einem starken Atheismus, dem Antitheismus. In den Naturwissenschaften wird aber nicht davon ausgegangen, dass es keinen Gott gibt. Diese Annahme geht nicht in die Begründung der Evolution oder der radiometrischen Datierung ein. Die Wissenschaft hat die Hypothese „Gott“ nicht nötig, und sie kommt auch ohne die Hypothese „kein Gott“ aus.

3.4 „absolute Gerechtigkeit“.

Michael Kotsch – Welcher Gott ist der Richtige?, Minute 1:40
In der Bibel lesen wir von Gott, er hat bestimmte Eigenschaften, Beispielsweise die Eigenschaft absoluter Gerechtigkeit.

Sippenhaft, Todesstrafe, Genozid und ewige Folter werden heute nicht mehr als gerecht angesehen, und erst recht nicht, wenn damit harmlose Verhaltensweisen wie Homosexualität oder Unglaube bestraft werden.

4. Buch Mose 15, 32-35: Als die Israeliten in der Wüste waren, entdeckten sie einmal, dass einer am Sabbat Holz sammelte. […] Der Herr sprach zu Mose: Der Mann ist mit dem Tod zu bestrafen. Die ganze Gemeinde soll ihn draußen vor dem Lager steinigen.

Ein lobenswertes Kotsch-Video

Michael Kotsch – Nahtoderlebnisse, Minute 3:48
Darüberhinaus zeigen die meisten Berichte, dass die Menschen mehr oder weniger das gesehen haben, das erlebt haben, was sie erwartet haben.

Wie wäre es, wenn Kotsch mal die menschliche Wahrnehmung und Erinnerung so untersuchen würde wie Nahtoderlebnisse oder die Grenzen der Wissenschaft? Wie würde er dann seine Gotteserfahrung einordnen? Wie wäre es, wenn er die „glaubwürdigen“ Berichte der Auferstehung mal kritisch hinterfragt.

Zusammenfassung

Für etwas so Unglaubliches wie eine weltumspannende körperlose Intelligenz müssten die Theisten starke Belege bringen, aber sie haben nur alte Texte, fragwürdige Schlussfolgerungen und persönliche Erlebnisse, die auch Halluzinationen und Irrtümer sein könnten.

Hingegen ist die Neigung der Menschen zu magischem Denken und zur Erfindung imaginärer Gestalten gut belegt. Die weltweit zu findenden Gottesbilder unterscheiden sich zu stark, um alle wahr zu sein, und was sie gemeinsam haben, lässt sich gut mit der Ähnlichkeit der menschlichen Gehirne begründen, die solche Vorstellungen ersonnen haben.

Links

Vorgeschichte
Michael Kotsch – Gibt es einen Gott?
kereng5 „Michael Kotsch über den Gotteswahn“
Michael Kotsch – Der Aggressive Atheismus
kereng5 „Michael Kotsch beharrt auf seinem Irrtum“
Michael Kotsch – Kereng der Atheist

Weitere Videos von Michael Kotsch
Michael Kotsch – Welcher Gott ist der Richtige?
Michael Kotsch – Glaube und Wissenschaft
Michael Kotsch – Nahtoderlebnisse

Sonstige Links zu Zitaten
Universum ohne Gott – Philosophisches Quartett vom 28.11.2010 0
Alan Posener: Wenn Atheisten beten
Andy Thomson – Why We Believe in Gods
Wie das Gehirn Gott erfindet
Khol versus Alm
Martin Walser „… hat keine Ahnung“
3sat-Video über Daniel Everett und die Pirahã
Die taz über die Pirahã

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Hier sind die bisher bei blogage.de aufgelaufenen Kommentare:
raskalnikow:

Salut Kereng, der AtheistMediaBlog hat deine „Videounterhaltung“ mit Herrn Kotsch bekannt gemacht (http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/06/17…) – so habe ich mir erst einmal die Vorgeschichte angeschaut. Kotschs Videos sind kaum auszuhalten… Der Typ leidet wohl an einem ausgeprägten Sprachfetischismus. Selbstverständlich wird man einen „Kotsch“ nicht überzeugen können, dennoch finde ich es wunderbar von dir, dass du für Mit-Zuschauer einen kritischen Blick eröffnest. Gerade auch deine klare, einfache und sachbezogene Sprache gefällt mir ausserordentlich gut (geradezu absurd wird dein Stil durch Kotschs pedantischem Ausdruck – mit dem er Eindruck schinden möchte – kontrastiert… Ins gleiche Schema passt auch Kotschs Versuch, beim Einstieg des „Kereng der Atheist“-Videos – deine Person in Zweifel zu bringen; lass dich bitte dadurch nicht verunsichern!). So und jetzt freue ich mich auf das aktuelle Video „Argumente gegen die Existenz Gottes“.

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2 Antworten zu Argumente gegen die Existenz Gottes

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