Religionsgemeinschaften unter besonderem Schutz

Der katholische Journalist Matthias Matussek sagte in einer Talkrunde auf NDR Kultur:

Ich glaube, dass die Religion zum allerpersönlichsten, heiligsten Bezirk gehört, und dass man darauf Rücksicht nehmen sollte. Ich würde auch nicht das Liebesempfinden eines anderen lächerlich machen. Ich würde das Schönheitsempfinden eines anderen nicht lächerlich machen – und eben nicht das Wahrheitsempfinden.

Ich hingegen finde das Wort „Wahrheitsempfinden“ alleine schon lächerlich und lache über jeden, der Kekse für den Leib Christi, eine mehrfache Mutter für eine Jungfrau, die Erde für 6000 Jahre alt oder Zuckerkügelchen für Medizin hält.

In einem Tagesschau-Interview sagte der Soziologe Detlef Pollack über den Gesetzesentwurf zur Beschneidung.

Es wird sehr deutlich, dass man hier versucht hat, die Konflikte zu deeskalieren und vor allem den Religionsgemeinschaften in Deutschland zu signalisieren, dass sie keinen Grund haben, sich benachteiligt zu fühlen.

„Benachteiligt“? Keiner will Religionen so verbieten wie in besonders religiösen Ländern die Homosexualität verboten ist, obwohl sie niemandem schadet. Es geht vielmehr um eine Bevorzugung der Religionen.

Wenn ich an einem schönen Sonntagmorgen bei klassischer Musik auf dem Balkon frühstücke, mache ich mir Gedanken, ob ich damit wohl die Nachbarn belästige. Und dann läuten die Glocken, und an Musikgenuss ist nicht mehr zu denken.

Religionsgemeinschaften haben das Vorrecht, am Sonntag Lärm zu machen, im Ethikrat vertreten zu sein, Mitgliedsbeiträge vom Finanzamt einziehen zu lassen und ihre Lehre an den Schulen zu verbreiten. Religionsgemeinschaften bekommen eine Ausnahmegenehmigung, um Tiere nach ihrem religiösen Gesetz zu schlachten und nicht nach dem Tierschutzgesetz.

Nach dem Tierschutzgesetz ist auch das Kupieren der Ohren bei Hunden verboten. Die Christen halten doch gerne die Menschenwürde schon des ungeborenen Lebens hoch. Andererseits stimmen sie nun Muslimen und Juden zu, dass man Kindern ohne deren Zustimmung gesunde hochempfindliche Körperteile amputieren darf.

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