Veranstaltungen

Diese Veranstaltungshinweise stehen im Blog immer ganz oben.
Der neueste Artikel folgt darunter.

Science Slam in Hamburg
13.12.2016, 21 Uhr, Einlass 20 Uhr, Eintritt 9 Euro
Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66
Termine in weiteren Städten stehen auf der Science-Slam-Seite.

Das Gender-Paradoxon – Mann und Frau als evolvierte Menschentypen
Vortrag von Ulrich Kutschera
Veranstalter: gbs-Hamburg und Richard Dawkins Foundation
19. Dezember 19:00 Uhr, Sitzungsraum der Unitarier
Diedenhofer Str. 2, 22049 Hamburg, Eintritt: frei

Science Slam im März 2017 in Hamburg
22.03.2017, 20:30 Uhr, Einlass 19:30 Uhr, Eintritt 9 Euro
Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66

Science Slam im Mai 2017 in Hamburg
10.05.2017, 20:30 Uhr, Einlass 19:30 Uhr, Eintritt 9 Euro
Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66
Termine in weiteren Städten stehen auf der Science-Slam-Seite.

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Verhältnis von Wissenschaft und Religion: Bullshit-Bingo

Gerade hatte ich über den nicht vorhandenen Beitrag der Religion zum Wissen über die Welt gebloggt, da fand ich im Atheist Media Blog noch eine Buchempfehlung der Tagespost,  mit der man mühelos ein Bullshit-Bingo der Scheinargumente gewinnt, die üblicherweise die Harmonie von Wissenschaft und Glauben begründen sollen.

Ich habe das Buch von Martin Rhonheimer nicht gelesen, sondern beziehe mich nur auf das, was Stefan Meetschen geschrieben hat. Standesgemäß beginnt es mit einem Dawkins-Bashing, das ohne Begründung auskommt und sprachlich unklar bleibt.

Auf der einen Seite findet man mitunter gläubige Menschen, welche den Schöpfungsbericht der Bibel geradezu fanatisch wörtlich nehmen, auf der anderen Seite Wissenschaftler wie zum Beispiel Richard Dawkins, die Einsichten Darwins zur Evolution und ihr eigenes Wort vom „Gotteswahn“ absolut setzen. Keine guten Voraussetzungen für einen fruchtbaren rationalen Dialog.

Weswegen kann man angeblich nicht mit Dawkins diskutieren? Weil er den Gotteswahn „absolut setzt“? Ich sage da mal nichts zu und zitiere xkcd.

Rhonheimers Position: „Das eigentlich Neue, das die biologische Evolution selbst niemals hervorzubringen imstande war, ist das Leben des Geistes. Es ist irreduzibel, nicht zurückführbar auf biologische Prozesse.“

Das Wort irreduzibel kennen wir aus dem Intelligent-Design-Kreationismus. Selbstverständlich ist der „Geist“ auf weniger ausgeprägte Vorläufer zurückführbar. Ein Einzeller, der dahin schwimmt, wo es am besten riecht, trifft schon „geistige“ Entscheidungen. Im Tierreich kommen alle möglichen Vorstufen von Intelligenz vor, und der Mensch hat auch Mitgefühl und Täuschung nicht exklusiv.

Das geistige Leben „entzieht sich dem Horizont jeglicher Naturwissenschaft, da es nicht der Natur entstammt, sondern ,von außen‘ – ab extrinseco – kommt, wohl aber das Stück Natur, welches der Mensch ist, zu etwas ganz Neuem, Einzigartigem formt: zur Krone der Schöpfung, zum geistbeseelten Lebewesen, …“. Eine rein materialistische Kategorisierung des Menschen, daran lässt Rhonheimer keinen Zweifel, sei dieser objektiven Wahrheit nicht angemessen.

Da ist wieder das Argument from incredulity, welches zum Fehlschluss führt, es käme etwas „von außen“ und nicht aus der Natur. Dieser Fehlschluss wird eine „objektive Wahrheit“. Und so jemand wirft Dawkins vor, seine Erkenntnisse „absolut“ zu setzen!

Die Ergebnisse der neueren neurobiologischen Forschung stünden dazu nicht im Widerspruch – was auch zukünftig nicht zu erwarten sei: Die Evolutionsbiologie wird „uns zunehmend ein Universum und eine Naturgeschichte des Lebens präsentieren, die uns mit immer größerer Plausibilität auf eine transzendente, schöpferische Intelligenz verweist und damit der zum Glauben führenden und diesen bestärkenden Vernunft zwar keine stringenten Beweise, aber doch immer bessere Argumente zu liefern vermag.“ Schließlich müsse die Evolution ein „Ziel“ haben, die Natur könne dies aber nicht kennen.

Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ macht Rhonheimer aus seinem Gott der Lücke eine zunehmende Sicherheit. Das Wort „transzendent“ liefert weitere Bullshit-Bingo-Punkte. Aus welchem Organ zieht Rhonheimer die Prämisse, die Evolution müsse ein „Ziel“ haben?

Martin Rhonheimer lässt in seinem Buch keinen Zweifel daran, dass er die Philosophie für die entscheidende „Vermittlungsinstanz zwischen Naturwissenschaft und Religion“ hält. Dementsprechend stellt er nicht nur die Evolutionstheorie und „Irrwege der Evolutionskritik“, also Kreationismus und Intelligent Design, systematisch vor – gestützt auf Aristoteles, Thomas von Aquin und Immanuel Kant, also die Klassiker der „philosophischen Anthropologie und Gotteslehre“ …

Oben lieh er sich das Wort „irreduzibel“ aus dem Intelligent Design, dann meinte er, die Natur verweise auf eine schöpferische „Intelligenz“, und nun soll Intelligent Design ein Irrweg sein? Sie baden gerade Ihre Hände darin! So interessant es auch wäre, zu lesen, was Philosophen, die lange vor Darwin lebten, zu Evolution und Kreationismus beizutragen haben – ich werde mir das Buch nicht kaufen.

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Das langsame Fenster und der voreilige Spiegel

In Jerry Coynes Blog »Why Evolution is true« wurde im September die Natürliche Theologie des Physikers Freeman Dyson vorgestellt. Dyson ist durchaus intelligent und gebildet und hat z.B. die Dyson-Sphäre erdacht. Seine religiösen Ansichten sind allerdings so verschroben, dass es zum Templeton-Preis (2000) gereicht hat. Hier ist ein Ausschnitt aus seiner Dankesrede (meine Übersetzung, also vielleicht nicht ganz exakt):

Atome verhalten sich im Labor merkwürdig, eher wie Akteure als wie leblose Substanzen. … Es sieht so aus, als habe in jedes Atom einen eigenen Willen, zumindest was seine Fähigkeit angeht, Entscheidungen zu treffen. … Ich denke, dass Atome, Menschen und Gott geistige Fähigkeiten haben, die sich nur quantitativ aber nicht qualitativ unterscheiden.

Das erinnert sehr an Deepak Chopra. Aktuell ging es aber in »Why Evolution is true« um ein neueres Interview mit Dyson im Business Insider. Jerry Coyne regt sich mit Recht über die Aussage auf, nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Religion würde zum Wissen über die Welt beitragen. Dyson:

Ich benutze gerne die Metapher »Fenster«. Das Wissenschaftsfenster gibt uns eine Sicht der Welt, und das Religionsfenster gibt uns eine völlig andere Sicht. Man kann nicht durch beide gleichzeitig sehen, aber beide sind wahr. Weiterlesen

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Die Dummheit der „Klimaskeptiker“

Zugegeben mit einigen Jahren Verspätung ist mir heute eine Serie von Artikeln aufgefallen, die sich mit der Rolle von CO2 bei Sonnenstürmen befasste. Zuerst fand ich einen bei Propagandafront.de. Es handelte sich um die Übersetzung eines Artikels vom 22.05.2013 von Ethan A. Huff bei Infowars.com bzw. Naturalnews.com, die Wort für Wort auch auf der passend benannten Seite Volksbetrugpunktnet erschien.

Erderwärmung widerlegt: NASA-Studie bestätigt, dass CO2 die Atmosphäre in Wirklichkeit abkühlt

So lautete die Überschrift, und es war tatsächlich eine NASA-Studie verlinkt, die von einer Abkühlung eines Teils der Atmosphäre durch CO2 und Stickstoffmonoxid (NO) während eines Sonnensturms vom 8. bis 10. März 2012 berichtet (in der Übersetzung wird daraus 2013). Allerdings erwähnt die Studie nirgends, dass dies im Widerspruch zur Erderwärmung durch CO2 stünde. Wieso auch? Mit das Erste, was ich über die Wirkung von CO2 lernte, war die Abkühlung der Stratosphäre, die durch die Anwesenheit von CO2 die Gelegenheit hat, etwas von ihrer Wärme abzustrahlen. Weiterlesen

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Können Muslime und Christen Freunde sein?

Unter dem obigen Titel veranstaltete heute im Kulturladen Hamburg-Hamm die „Neue Gesellschaft – Vereinigung für politische Bildung e.V.“ einen Vortrag mit Diskussion. Der Redner war Dr. Mohammed Khalifa, Dozent am Asien-Afrika-Institut.

Für diese Veranstaltung hätte sich die Neue Gesellschaft keinen Islamwissenschaftler einladen müssen. Ein Imam hätte es auch getan.

Dr. Mohammed Khalifa pickte sich aus dem Koran nur Stellen raus, die Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Christen darstellen, und ergänzte sie mit ebensolchen Legenden aus der islamischen Traditionsliteratur, die er als historische Wahrheit vortrug. Dann zeigte er um die zwanzig Bilder aus seiner Heimat Ägypten, die ein friedliches Zusammenleben oder sogar gegenseitige Unterstützung illustrierten. Weiterlesen

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Update zur Historizität von Jesus und Mohammed

Seit meinem Artikel zur Historizität von Jesus und Mohammed vom 22.07.2014 sind im Internet einige interessante Artikel erschienen. Ich habe schon seit Monaten vor, etwas darüber zu schreiben, aber das scheiterte bislang an meinem Anspruch, vorher genau zu recherchieren. Hat Karl-Heinz Ohlig oder Volker Popp etwas über die Inschriften mit dem Namen Umar geschrieben? Wird Mohammed in der Verfassung von Medina stets nur Abu’l Qasim genannt? Ist es sicher, dass Paulus die Christen zunächst verfolgte, oder könnte das eine nachträgliche Ergänzung seiner Briefe sein? Um überhaupt mal fertig zu werden, belasse ich es beim Zweifel.

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Rückblick auf 8 Jahre Reasonable Doubts

Vor einem halben Jahr lief die letzte Folge des religionskritischen Podcasts Reasonable Doubts aus Grand Rapids, Michigan.

Die angesammelten Folgen, die irgendwo vor der Amtszeit von Präsident Obama begannen (2007), sind es wert, nachgehört zu werden, wobei einer der schönsten Momente ist, wenn Hörer begrüßt werden, die viele Jahre später dazustoßen. Man sollte nicht mit der letzten Folge anfangen, die Neulinge wahrscheinlich abschreckt.
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Katholische Sprache

„Wenn ich ein Wort verwende“, erwiderte Humpty Dumpty ziemlich geringschätzig, „dann bedeutet es genau, was ich es bedeuten lasse, und nichts anderes.“
Lewis Carroll: Alice hinter den Spiegeln

Es gibt Momente, da denke ich, dass mich von religiösen Menschen vor allem die Sprache trennt. Mit den merkwürdigen Verwendungen der Wörter „Gott“ und „Wahrheit“ habe ich mich in früheren Beiträgen schon beschäftigt. Michael Schmidt-Salomon hat es in seiner Besprechung des Films Religulous (deswegen „Religioten“) so ausgedrückt: Weiterlesen

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